
Kronen Zeitung
ENTSCHIED SICH FÜR ÖFB
Chukwuemeka: „Dafür bin ich Alaba dankbar!“
Zwei Jahre war Carney Chukwuemeka alt, als er mit seiner Familie von Wien nach England übersiedelt ist – und trotzdem hat sich der 22-jährige Dortmund-Kicker jetzt dazu entschieden, für Österreichs Nationalmannschaft aufzulaufen – auch wegen David Alaba ...
Einige Verwandte von Chukwuemeka leben noch in Wien, das Deutsch von Österreichs neuer Fußball-Hoffnung ist aber noch ausbaufähig. Als „einen Hauptgrund“ für seine Entscheidung, vom englischen Verband zum ÖFB zu wechseln, nannte der 22-Jährige von Borussia Dortmund am Dienstag die bevorstehende WM in Nordamerika. „Ich hoffe, wir können große Dinge miteinander erreichen.“
Überzeugungsarbeit leistete auch David Alaba. „Er hat mich schon vor ein paar Jahren angerufen“, erzählte Chukwuemeka von einem Telefonat 2024. „Ich war damals oft verletzt. Ich habe öfter mit ihm gesprochen, er hat mir viel geholfen. Dafür bin ich dankbar.“ Alaba habe ihm geschildert, dass die Atmosphäre bei der Nationalmannschaft wie in einer Familie sei. „Jetzt hat er gesagt: Endlich bist du da.“
Mit dem ÖFB-Kapitän teilt Chukwuemeka nicht nur seine nigerianischen Wurzeln, sondern auch seinen starken Glauben. „Jesus hat mein Leben verändert, er hat mir einen Sinn gegeben – und auch Liebe“, erklärte der Neuling. Ansonsten beschrieb sich der 1,88-Meter-Mann als Familienmensch, der gerne mit seinen Freunden zusammen ist. Seine Zeit vertreibt er sich mit Videospielen wie FIFA und Fortnite. Das im ÖFB-Team weit verbreitete Golfspiel ist noch nicht seines. „Aber ich kann es versuchen.“
„Oida, bist du deppad“
Am Esstisch wird im Teamcamp in Marbella in seiner Gegenwart ein Mix aus Deutsch und Englisch gesprochen. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die in Deutsch fließend sind, ist dem Dortmund-Profi die Sprache seines Geburtslandes noch relativ fremd. „Aber ich will es lernen, speziell den österreichischen Slang“, lächelte Chukwuemeka. „Eins kann ich schon: ‘Oida, bist du deppad.‘“ Damit kommt man in Österreich bereits relativ weit. Dazu kamen ihm etwa ein „nicht schlecht“ und ein „sehr gut“ über die Lippen.
Im Burgenland habe seine Familie entgegen anderslautenden Berichten nie gelebt, versicherte Chukwuemeka. Seine Tanten und Cousins in Wien habe er in seiner Jugend aber öfter besucht. Seine Mutter koche zudem immer noch manchmal Schnitzel für ihn und seinen Bruder Caleb, der einst ebenfalls eine Fußballkarriere vorangetrieben hat.
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Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
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